Tierarztpraxis Sandersdorf

Ingo Schmidt  praktischer Tierarzt


Zahngesundheit

Parodontitis


Was ist eigentlich eine Parodontitis?

Die Parodontitis beschreibt die Entzündung und Zerstörung des Zahnhalteapparates. Dieser besteht aus dem Zahnfleisch (Gingiva), dem parodontalen Faserapparat, dem Wurzelzement und dem Kieferknochen.

Die Parodontitis als eine der häufigsten Erkrankungen von Hund und Katze hat nicht nur lokalen Charakter. Die permanente Ausschwemmung von Bakterien und Toxinen stellt außerdem eine Belastung vieler weiterer Organe dar. Aufgrund der Chronizität parodontaler Erkrankungen über Jahre hinweg kommt es zu irreversiblen Schäden für den gesamten Organismus.

Histopathologische Untersuchungen beim Hund ergaben einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Grad der Parodontitis und histopathologischen Veränderungen an Leber, Herz und Nieren. Hunde mit parodontalen Erkrankungen haben z.B. ein 6-fach höheres Risiko im Vergleich zu Tieren, die keine gravierenden Veränderungen in der Maulhöhle aufweisen, eine Herzklappenentzündung mit den bekannten Folgen einer Herzschwäche auszubilden.

Nur mit einer ständigen Kontrolle der Mundgesundheit, beispielsweise Zahnbeläge, Zahnstein- und Zahnfleischentzündungen, kann man Organkrankheiten vorbeugen. Wichtig für die Gesundheit von Hund und Katze ist daher die dentale Hygiene, die mit dem täglichen Zähneputzen beginnt. Auf der anderen Seite ist nicht bei jedem Tier Zahnpflege möglich. Nicht jeder Hund und schon gar nicht jede Katze lässt sich freiwillig die Zähne putzen. Eine entsprechende Anpassung der Futtermittel und der gezielte Einsatz von Zahnpflegeprodukten können zur selbsttätigen Zahnreinigung beitragen. Allerdings lassen sich auch damit parodontale Erkrankungen nicht gänzlich vermeiden.

Durch eine den parodontalen Veränderungen in der Mundhöhle entsprechend angepasste Frequenz einer professionellen Zahnreinigung und Politur in Narkose kann man dem schleichenden Krankheitsprozess mit den oben dargestellten Folgen von systemischen Erkrankungen aufhalten.

Lassen Sie im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung, z.B. vor einer Impfung die Mundhöhle und das Gebiss Ihres Vierbeiners untersuchen.